Revision elektrischer Licht- und Kraftanlagen

17.09.2024, geschrieben von Marc Werthmöller

Warum die Revision elektrischer Licht- und Kraftanlagen für den Brandschutz und die Schadenverhütung unverzichtbar ist

Die regelmäßige Revision elektrischer Licht- und Kraftanlagen ist ein essenzieller Bestandteil der Brandschutz- und Schadenverhütungsmaßnahmen in Unternehmen. Insbesondere bei Betrieben mit erhöhtem Feuerrisiko ist die Überprüfung der elektrischen Anlagen nicht nur eine vertragliche Obliegenheit, sondern eine präventive Maßnahme, die ernst genommen werden sollte.

Die Bedeutung dieser Revisionsmaßnahmen wird durch verschiedene Vorschriften und Regelungen unterstrichen, darunter die Richtlinien der VdS Schadenverhütung GmbH und die Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Brandschutz durch regelmäßige Revision

Mangelhaft gewartete elektrische Anlagen sind eine der häufigsten Brandursachen. Tatsächlich sind rund 30 % aller Brände auf nicht ausreichend gewartete und gesicherte elektrische Anlagen zurückzuführen​.

Die VdS-Richtlinien, wie die Revisionsklausel, verlangen daher eine regelmäßige Überprüfung der elektrischen Anlagen. Diese Prüfungen müssen von VdS-anerkannten Sachverständigen durchgeführt werden, die speziell geschult sind, um potenzielle Brandgefahren zu identifizieren und zu bewerten.

Eine solche Revision umfasst verschiedene Prüfmethoden, einschließlich Sichtprüfungen, Messungen des Isolationswiderstands, der Schutzleiterdurchgängigkeit und der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD). Seit 2017 sind zudem thermografische Untersuchungen vorgeschrieben, die helfen, Überhitzungen und damit verbundene Brandgefahren frühzeitig zu erkennen​.

Unterschied zur DGUV V3

Die DGUV Vorschrift 3 (DGUV V3), früher bekannt als BGV A3, ist eine gesetzliche Unfallverhütungsvorschrift, die hauptsächlich den Personenschutz zum Ziel hat. Die DGUV V3 fordert regelmäßige Prüfungen der ortsfesten und ortsveränderlichen Betriebsmittel durch eine befähigte Person.

Diese Prüfungen konzentrieren sich primär auf den Schutz vor elektrischen Schlägen und stellen sicher, dass die elektrischen Anlagen sicher bedient werden können​​.

Im Gegensatz dazu liegt der Fokus der Revision nach VdS-Richtlinien und der Revisionsklausel auf dem Sach- und Brandschutz. Die Prüfungen sind umfassender und beinhalten auch bauliche Aspekte der Anlagen.

Während die DGUV V3-Prüfungen alle vier Jahre durchgeführt werden, erfolgen die Revisionsprüfungen je nach Versicherungsvertrag alle ein bis zwei Jahre. Zudem dürfen diese nur von unabhängigen, VdS-anerkannten Sachverständigen durchgeführt werden, um eine maximale Objektivität und Genauigkeit zu gewährleisten​.

Sicherheitstipps und Maßnahmen

Die regelmäßige Revision der elektrischen Anlagen nach VdS-Richtlinien bietet mehrere Vorteile:

  1. Früherkennung von Gefahren: Durch thermografische Untersuchungen können gefährliche Überhitzungen frühzeitig erkannt und behoben werden.
  2. Detaillierte Prüfungen: Sichtprüfungen und Messungen helfen, den Zustand der Anlagen genau zu bewerten und notwendige Wartungsmaßnahmen zu planen.
  3. Schadenprävention: Regelmäßige Prüfungen tragen dazu bei, Brandschäden und damit verbundene Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Revision nach VdS-Richtlinien nicht durch die DGUV V3-Prüfung ersetzt werden kann. Beide Prüfungen haben unterschiedliche Schwerpunkte und ergänzen sich gegenseitig​​. Während die DGUV V3 den Personenschutz gewährleistet, zielt die Revision nach VdS auf den umfassenden Schutz von Sachwerten und die Verhütung von Brandschäden ab.

Fazit

Die regelmäßige Revision der elektrischen Licht- und Kraftanlagen ist ein unverzichtbares Instrument zur Sicherstellung des Brandschutzes und zur Vermeidung von Schäden in Unternehmen. Durch die Kombination von DGUV V3-Prüfungen und Revisionsprüfungen nach VdS-Richtlinien können Betriebe sowohl den Personenschutz als auch den Sachschutz effektiv gewährleisten und langfristig Kosten und Risiken minimieren.